Schottland 2018 Juni

Tag 1 – 04.06.2017
5.59 Motor gestartet, raus aus der Garage. Ziel IJmuiden (bei Amsterdam), 860 km. Quer durch München. Viel Verkehr für diese Zeit, in der Stadt. Autobahn. Stau bei Nürnberg. Durchgedrängelt.

 

 

Nächste Tankstelle, 1. Stopp. Frühstück. Kaffee.

Innenfutter aus der Jacke genommen, Sommerhandschuhe angezogen. Es wurde wärmer.

Autobahn auf höhe Ruhrpott, viel Verkehr. Neandertal überquert.

Kurz vor Amsterdam noch mal Stau. In den Niederlanden lässt sich der einfach durchfahren. Durschschlängeln mit dem Motorrad ist offiziell erlaubt und alle machen auch Platz.

Nach 2x Tanken und 2 Stopps zum Beine vertreten Hotel relaxed erreicht.

Im Restaurant Burger und Bier bestellt. Sehr gut!

Tag 2 – 05.06.2017
Keine Eile! Fährhafen ist nur 1km entfernt. Gemütlich gefrühstückt. Packen. Auschecken. Ab zum Fährhafen.

Gewonnen, erster! Nach und nach wurden es mehr. Reichlich Motorräder. Mit netten Leuten unterhalten. Viele besuchen zum ersten mal Schottland, andere wollen nach Irland.

Check in, los gehts. Zwei Spanngurte als Geschenk bekommen. Cool! Rein in die Fähre. Ganz vorne am Bug, dicht neben einen Lastwagen. Motorrad festgezurrt. Tankrucksack und Helm in die Kabine gebracht. Der Blick aus dem Fenster geht auf die Warteschlange vor der Fähre, die noch mit wollen. Rauf auf’s Deck in die Sky Bar. Bier gekauft. Zischt! Fähre fahr los.

17.30, Fähre legt ab, Ziel Newcastle! Im Restaurant “North Sea” Steak gegessen. Ein Bier in der Navigators Bar. Leute von vorher getroffen, nett unterhalten, Wasser gekauft, ab in die Kabine.

Tag 3 – 06.06.2017
Frühstück. Ziemlicher Wellengang. Später erfahre ich, dass viele damit ein Problem hatten. 9.15 Fähre legt an. Konnte als einer der ersten aus der Fähre raus. Passkontrolle. Helm ab. Vergleich mit Foto auf dem Ausweis. Passt, ich bin’s wirklich. Helm auf. Weiter. 16 Grad, Nieselregen. Hello Newcastle.

Linksverkehr. Links fahren, links fahren, links … Nach einigen der vielen Roundabouts werden die Häuser weniger. Tagesziel Falkland in Fife. Info: Falkland war Drehort der Serie Outlander, ebenso das Hotel in dem ich einchecken werde.

Die Straßen sind recht schmal. Hecken, Büsche, Bäume und Mauern reichen bis an die Fahrbahn, einfach mal links ranfahren geht nicht, ohne den Verkehr zu blockieren.

Nehme die A68, um an dem bekannten Grenzstein vor Schottland vorbeizukommen. Schild “Letzter Kaffee in England”. Es wird immer kälter. Straßenschilder auf denen gedankt wird, dass man vorsichtig fährt. Die Straßen sind in keinem guten Zustand, viele Schlaglöcher.

Grenze zu Schottland erreicht. Es wurde mittlerweile noch kälter, der Atem ist sichtbar. Hole ein Thermoshirt aus dem Gepäck. Hot Dog am Kiosk gekauft. Fotos. Ein Pärchen mit ihren Harleys von der Fähre getroffen. Nette Leute, einige Zeit unterhalten. Mittlerweile war’s mir zu kalt, Zeit um weiter zu fahren.

Es wurde wieder heller. Sonne. Kurz vor Edinburgh dann blauer Himmel, keine Wolken. Tankstopp. Navi leitet mich durch Edinburgh. Vergessen das “Autobahn vermeiden” zu deaktivieren. Wollte Edinburgh umfahren. Egal. Baustelle in der Stadt. Dank Navi jetzt auch noch direkt durchs Zentrum. Stadtbesichtigung. Auch nicht schlecht. Schöne Stadt, einladend. Die Straßen sind aber definitiv für Geländemaschinen.

Falkland in Fife erreicht. Sehr nettes, kleines, uraltes Hotel. Eingecheckt. Gepäck auf’s Zimmer. Kurze Hose angezogen, ein Bier in der Sonne vor dem Hotel getrunken. Journal geschrieben, Belhavens getrunken, Sonnenbrand bekommen.

Im Restaurant gegessen. Mit Leuten in der Bar gequatscht. Schottisches Bier geschlürft.

Tag 4 – 07.06.2018
Beim Frühstück mit ansässigem Falklander unterhalten, war zwecks Job mal länger in Deutschland, Luftfahrt. War gut informiert. Dialekt schwer zu verstehen. Gepackt. Wurde von Leuten aus dem Hotel auf mein Motorrad angesprochen. Ausgecheckt. Gepäck auf Motorrad verstaut, weiter nach Inverness.

Zuerst aber nach St. Andrews, Home of Golf, und den Old Cours besichtigen. Cool.

Ein Teil der Strecke nach Inverness war landschaftlich recht schön.

Hotel erreicht. Burger schnaboliert. Im Hotel war eine Feier im Gange. Schotten alle in traditioneller Kleidung, immer wieder an der Bar auf einen Drink, Scotch Whisky.

Der Barbereich ist nett. Lauter unterschiedliche Tische mit unterschiedlichen Stühlen und Club-Sesseln. Sehr bequem.

Tag 5 – 08.06.2018
Heute kein Packen. Ein Tag für Loch Ness und Umgebung. Straßen weiterhin recht holprig. Straßenbeläge wechseln ständig. Gemütlich den Loch Ness entlang gefahren. Gehalten. Aussicht genossen. Direkt an das Ufer des Lakes. Pausiert. Wo ist das Monster? Nessie?

Hier fahren alle recht zügig, so schnell wie sie dürfen, 97. Rückfahrt zum Hotel war super. Tolle Straße, tolle Kurven, kaum Verkehr, schöne Landschaft. Entschädigung für den Schlagloch-Marathon.

Mit Notebook in die Bar, weitere Tour muss geplant werden. Ein Belhavens Bitter und ein Club Sandwich, bitte. Hier im Norden sind die Hotels rar und im Juni meist schon ausgebucht. Die meisten B&B, die ich gesehen habe, haben schon Schilder draußen, dass nichts mehr frei ist. Für die nächsten 3 Tage Hotels vorab reserviert.

Tag 6 – 08.06.2018
2 Spiegeleier, Bacon, Toast …Gebäckstücke. Heute geht’s an die Nordspitze. Auf dem Weg nach Thuros lieg Dunrobin Castle. Stellenweise Nieselregen und kühler. Landschaft wird immer karger. Sieht gut aus. Schöne Gegend. Der Parkplatz bei Dunrobin Castle ist in einem Waldstück. Für mich etwas zu weit weg und zu abgelegen um das Motorrad mit Gepäck dort eine Weile unbeaufsichtigt stehenzulassen. Also weiter.

Dunnet Head. Nördlichster Punkt auf der Insel erreicht. Um hierher zu kommen eine ewig lange, winzige Straße gefahren. Windig, bewölkt und kalt. Nicht viel los. Trotzdem schön.

In Thurso getankt. Am Wochenende, so liest man, haben hier im Norden nicht alle Tankstellen geöffnet. Weiter zum Hotel. Liegt etwas nach Thurso.

Das Hotel – Forss House Hotel – macht einen klasse Eindruck, schon von außen. Check in. Es wird sonnig und wärmer. Setze mich mit einem schottischen Bier auf eine Bank im Garten des Hotels in die Sonne. Super ruhig.

Abendessen. Hammer! Perfekte zubereitetes Essen (Krabben, Steak), perfekter Service, alte englische Schule. Bin begeistert!

Tag 7 – 09.06.2018
Klasse Frühstück. Croissants besser als in Frankreich. Hier lässt es sich aushalten. Eine ältere Engländerin spricht mich auf mein Motorrad an. Eigentlich mag sie keine Motorräder, aber meins gefällt ihr ausgesprochen gut. Hmm. Bei geschmeidigen 12 Grad los gedüst. Die Straßen waren vom Regen der letzten Nacht noch nass.

Ein Panorama-Highlight jagt das Nächste. Genial! So habe ich mir das vorgestellt. Straßen auch viel besser als bisher. Die Single-Track-Roads sind spaßig. Alle 200m eine Ausweichstation. Die Dinger muss man langsam fahren, da stellenweise recht unübersichtlich.

Zwischendurch Regen. Regenjacke an. Viel zu warm damit. T-Shirt, Thermo-Shirt, Lederjacke mit Innenfutter + Regenjacke drüber hatte ich bei 5 Grad am Nordkapp an. Jetzt sind es 12. Schwitz. Zum Glück nur ein kurzer Schauer. Regenjacke runter, auskühlen, Panorama genießen.

Pause. Super ruhig hier! Schöner Ausblick. Ein Radler schiebt sein Fahrrad den Berg hoch. Hi! War ein Niederländer, der macht die Highland-Tour per Fahrrad.

Irgendwann das Ziel erreicht. Hotel ist einige Kilometer nach Ulapool. Personal zwar super nett aber der Rest irgendwie das Gegenteil vom gestrigen Hotel. Sogar 70er Jahre Teppichboden, in Türkis und Langhaar, im Bad!??? Alles ist sehr abgenutzt.

Ab in’s Restaurant/Bar. Atmosphäre irgendwie so wie in alten Agatha Christi Filmen. Gleich wird ein Mord entdeckt… U.a. auch Black Pudding probiert, auf einem Burger. Es gab Belhaven Black. Empfehlenswertes Getränk.

Dusche nur wiederwillig benutzt. War nicht soooo einladend.

Tag 8 – 10.06.2018
Beim Start recht schwül. Gemütlich dahin getuckert. Weiterhin eine tolle Landschaft. Wenig Verkehr. Nach Applecross abgebogen. 36 Meilen Single-Track-Road mit 30-40 km/h, durch schöne Landschaft gefahren. Ein Stück Straße war wesentlich grober, rauher, grauer Belag mit grauem Schotter drauf. Kaum zu erkennen. Obacht! Häufig gehalten und Fotos geschossen.

Applecross. Als “must” recht frequentiert. Viele andere Motorradfahrer. Lokal war voll. Zum Glück gab es ein Outside-Inn, die Außenverkaufsstelle des Lokals. Fish & Chips gekauft. Leider nicht alles geschafft. Eine mächtige Portion und sehr lecker. Meerblick genossen. Mit anderen Bikern unterhalten.

Zum Bealach Na Bá (der schottische Stelvio) abgebogen. Enge Single Track Road. Coole Panoramasicht alle paar Meter! Ist leicht zu fahren, lohnt sich aber.

Nach dem Pass nach Skye. Straßen bisher mal schlecht und etwas schlechter, selten gut. Wundere mich, dass von der Slim noch nix abgefallen ist.

Aufenthalt auf Skye auf zwei Nächte verlängert. So steht für die Inselrunde ein ganzer Tag zur Verfügung. Allerdings nicht im gleichen Zimmer, da das schon für die nächsten Tage reserviert war. Umzug in kleines Einzelzimmer.

Tag 9 – 11.06.2018
Auf zur Skye-Runde! Einmal außen rum und Macleod Castle im Norden besuchen. Recht frisch. Thermozeugs angezogen.

Wenig Verkehr. Viele Aussichtspunkte. Für eine halbe Stunde eine super Straße gefahren. Echter Fahrspaß. Castle besichtigt. Cool! Hat sich rentiert. Lunch. Auf der anderen Seite von Skye wieder zurück zum Hotel. Nette Rundfahrt.

Neues Zimmer super winzig. Kein Meerblick mehr … grumpf. Dafür Dusche neu. Im Pub was gegessen und Route für morgen geplant.

Tag 10 – 12.06.2018
Ab in die Midlands zum Loch Awe. Auf dem Weg ein schönes Castle gesehen. Fotos. Leider wieder etwas ungünstig mit dem Gepäck auf dem Motorrad, das ich nicht auf dem Parkplatz stehenlassen wollte.

Schwertransporter. Stau. Polizei hält den Daumen hoch, als sie an mir vorbei fahren. Und ich dachte ich hätte ein unauffälliges Moped.

Sinnigerweise hatte ich beim Losfahren gleich die Regensachen angezogen. Erst leichter Nieselregen, dann hat’s mal wieder etwas arg geschüttet. Wieder schöne Gegend. Selbst bei starkem Regen. 😉

Bei strömenden Regen in neuer Unterkunft angekommen. Beim Einchecken recht große Pfütze hinterlassen. Alles neu. Das Inn macht einen sehr einladenden Eindruck.

Im Inn Rundtour für nächsten Tag ins GPS kopiert. Später Steak Pie bestellt. War hervorragend. Gäste wie überall eine Mischung aus Ansässigen und Touristen.

Tag 11 – 13.06.2018
Es schifft! Sturmtief Hector zieht genau hier drüber. Soll aber laut Wettervorhersage ab Mittag wieder besser werden. Mal sehen!

Trotz Regen los. Nach 2 Stunden Regenfahrt wird’s in der Tat besser. Sonne, Wolken, Regen, Sturm, leichter Wind … alles dabei.

Auf einer kleinen Straße liegt ein Baum quer. Danke Hector! Komme mit dem Motorrad gerade noch so an der Seite vorbei. Autos müssen wenden. Es liegt recht viel Zeugs vom Sturm auf der Straße. Rutschig, Augen auf!

Immer noch in Regenmontur, deswegen keine Fotos gemacht. Ist zu umständlich. Die Küstenstraße zu fahren war super. Inveraray mach einen super Eindruck. Bei Regen aber keine Ambitionen, den Ort zu Fuß anzuschauen. Weitergefahren. Noch eine Single-Track-Road gefahren. Viele Schafe und Kühe auf der Fahrbahn. Hier kommen nicht viele vorbei.

Schöne Rundfahrt.

Tag 12 – 14.06.2018
Ab zur letzten Station, Dumfries in den Lowlands. Mal wieder bei Regen losgefahren. Am Green Wellie Stop getankt und mit anderen Regenfahrern unterhalten. Allen gefällt Schottland, trotz Regen, Sturm und schlechten Straßen. Schließe mich an.

Das Wetter war den Rest der Strecke durchwachsen mit schöner Landschaft links und rechts. In der Hotelbar die Castle-Tour für anderen Tag geplant. Wird cool!

Tag 13 – 15.06.2018
Los zur Castle-Tour, natürlich bei Regen. Soll aber besser werden. Restreichweite 164 km. Der leichte Regen verweilt nur kurz. Er wird zum Wolkenbruch. Eine Stunde schüttet’s ohne Ende. Schöne Straße, schöne Landschaft. Bergauf, Gegenwind. Restreichweite 60km. Navi zeigt keine Tankstelle auf der geplanten Strecke, wird eng. Nur winzige Ortschaften. Umkreissuche. Nächste Tankstelle 45 km. Route dahin von Navi berechnen lassen. Doch nur 12 km, aber über extrem schmale Single-Track-Road, die durch einen Wald führt. Dank Sturmtief Hector liegen viele Zweige, Blätter, Äste und sonstiges auf dem Weg. Fahren geht nur im Schneckentempo. Track sehr schmierig.

Tankstelle erreicht. Wieder auf mein Motorrad angesprochen worden. Die Menschen hier scheinen echte Harley Fans zu sein.

Mittlerweile unter der Kleidung so nass wie mit einem Kübel übergeschüttet. Regenjacke war nicht wirklich richtig verschlossen. Hätte doch mal lieber den Regenkombi anziehen sollen. Da es nur 16 Grad sind und ich durch und durch nass bin, zurück ins Hotel. 80 Meilen.

Klamotten auf Handtuchheizung gehängt. Heiße Dusche. Mal sehen, ob bis morgen alles trocken wird.

Wollte im Restaurant Burger bestellen. Gibt keine, weil Grill kaputt ist. Warten auf ein Ersatzteil aus Deutschland. Anstelle dessen Club Sandwich bestellt. Noch eins bitte!

Gepackt.

Tag 14 – 16.06.2018
Nach dem Frühstück ab Richtung Newcastle zur Fähre. Ausnahmsweise mal kein Regen.
Am Fährhafen angekommen. Warten auf die Fähre. Mit anderen unterhalten. Bekannte von Unterwegs und von der Herfahrt getroffen. War nett.

Gegessen und später noch zwei Bier in der Navigators Bar. Die Skybar an Deck sah geschlossen aus und es war doch recht frisch an Deck.

Tag 15 – 17.06.2018
Ankunft. Raus aus der Fähre. Beim Verladen eines anderen Motorrads noch geholfen. Los bei Nieselregen. Nur Regenjacke angezogen. Hose zwar nicht mehr ganz wasserdicht, sollte aber halten.
An Tankstelle dann doch Regenkombi angezogen, der Nieselregen scheint länger anzuhalten. Bis auf Höhe von Köln mit Regenkombi gefahren. Bei Würzburg dann Innenfutter aus der Jacke raus und Sommerhandschuhe angezogen. Es wird wärmer. Zügig weiter gefahren.

Nach 860km Ankunft in MUC. Motorrad steht wieder auf seinem Stellplatz in der Garage. Welch eine Tour!

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